Informationen
CHEMDELTA
Fakten zu Umspannwerken & Schaltanlage
Umspannwerke:
Burghausen / Haiming: ca. 20–30 ha
Simbach / Mehring / Marktl: ca. 27 ha
Schaltanlage:
Zeilarn / Wurmannsquick / Tann: geplant, Fläche noch nicht veröffentlicht
Leitung: 380 kV-Höchstspannungsfreileitung
Zweck: Versorgung der Industrie, Netzstabilität, Integration erneuerbarer Energien
Diskussionspunkte: Trassenführung, Landschafts- und Naturschutz, Sichtbarkeit, Flächenverbrauch
Beteiligung: Stellungnahmen im Raumordnungsverfahren, Einblick in Karten, Teilnahme an Informationsveranstaltungen

Energiewende-Leitung CHEMDELTA
Informationen zum 380-kV-Projekt von TenneT
Die „Energiewende-Leitung CHEMDELTA“ ist ein umfangreiches Infrastrukturprojekt des Übertragungsnetzbetreibers TenneT. Im bayerischen Chemiedreieck, einer der bedeutendsten Industrieregionen Europas, soll eine neue 380-kV-Höchstspannungsfreileitung samt zusätzlicher Umspannwerke und einer Schaltanlage entstehen.
Die Leitung ist im bundesweiten Netzentwicklungsplan (NEP) unter der Vorhabennummer P474 verankert. Offiziell soll sie die Stromversorgung im ChemDelta langfristig stabilisieren und den erwarteten Mehrbedarf der energieintensiven Industrie decken. Kritisch bleibt jedoch, dass weder die tatsächliche Bedarfsentwicklung noch die regionalen Auswirkungen des Neubaus – etwa auf Umwelt, Landschaftsbild und Anwohner – bisher umfassend und transparent diskutiert wurden. Zudem stellt sich die Frage, ob Alternativen wie Effizienzmaßnahmen, lokale Erzeugungskapazitäten oder Netzausbau-Optionen mit geringerer Eingriffsintensität ausreichend geprüft worden sind.
Worum geht es bei dem Projekt?
TenneT plant den Bau einer neuen 380-kV-Höchstspannungsfreileitung im Raum Burghausen – Simbach. Geplant sind außerdem zwei neue Umspannwerke sowie eine Schaltanlage:
Umspannwerke:
Burghausen / Mehring / Marktl / Haiming
Simbach / Kirchdorf / Wittibreut
Schaltanlage:
im Suchraum Zeilarn / Wurmannsquick / Tann
Projektviewer zur Energiewende-Leitung ChemDelta
Ziel der Leitung ist es, die Netzkapazität deutlich zu erhöhen und die zuverlässige Stromversorgung für die großen Chemie- und Industrieanlagen in der Region zu sichern.
Warum ist die Leitung vorgesehen?
Das Bayerische Chemiedreieck gehört zu den energieintensivsten Industrieregionen Deutschlands. Angesichts der zunehmenden Elektrifizierung von Produktionsprozessen wird ein erheblicher Anstieg des Strombedarfs erwartet.
Die neue 380-kV-Leitung soll laut Betreiber TenneT folgende Ziele erreichen:
Stärkung der regionalen Versorgungssicherheit
Reduktion von Netzengpässen
Unterstützung der Klimaneutralitätsziele der Industrie
Ermöglichung des Bezuges von mehr erneuerbarem Strom
Die Bundesnetzagentur hat den Bedarf für das Projekt im Netzentwicklungsplan Strom (NEP) bestätigt.
Der aktuelle Planungsstand
Das Projekt befindet sich aktuell im Raumordnungsverfahren (ROV). In dieser Phase werden mögliche Trassenkorridore untersucht und auf ihre Umweltverträglichkeit sowie räumlichen Auswirkungen geprüft.
Die aktuellen Schritte umfassen:
Kartierungsarbeiten in den betroffenen Gemeinden
Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange
Auswertung mehrerer Trassenkorridore
Antragskonferenzen der Raumordnungsbehörde
Nach Abschluss des ROV folgt:
Festlegung des Trassenkorridors
Planfeststellungsverfahren: Hier wird der konkrete Verlauf der Leitung definiert
Bau der Leitung und Anlagen
Inbetriebnahme voraussichtlich bis 2035
Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern
Das Projekt ermöglicht eine aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger in mehreren Phasen:
Stellungnahmen im Raumordnungsverfahren
Einwendungen im Planfeststellungsverfahren
Lokale Informationsveranstaltungen von TenneT
Bereitstellung interaktiver Karten und Projektunterlagen
Gemeinden wie Marktl, Julbach oder Burghausen begleiten das Verfahren aktiv und bringen ihre Anliegen ein – etwa in Bezug auf Natur- und Landschaftsschutz, Abstände zur Wohnbebauung oder die Möglichkeit einer Erdverkabelung als Alternative.
Bedeutung für die Region
Mit der Energiewende-Leitung CHEMDELTA soll die Region langfristig:
Stabilere und leistungsfähigere Stromversorgung erhalten
Eine Grundlage für die klimaneutrale Transformation der Industrie geschaffen werden
Wirtschaftlich konkurrenzfähig bleiben
Gleichzeitig gibt es zahlreiche offene Fragen zur Bedarfsermittlung, zur Trassenführung, der Gestaltung des Landschaftsbildes und möglichen gesundheitlichen Auswirkungen, die immer wieder in der öffentlichen Diskussion thematisiert werden.
Weitere Informationen
Auf dieser Seite erhalten Sie fortlaufend Informationen zu:
Neuen Unterlagen und Karten von TenneT
Terminen der Raumordnungs- oder Planfeststellungsverfahren
Bürgerbeteiligung und Stellungnahmemöglichkeiten
Den Positionen der Gemeinden und der Öffentlichkeit
Bitte beachten: Derzeit ist es noch nicht möglich, Einwände zur Raumverträglichkeitsprüfung (RVP) einzubringen. Die Prüfung startet voraussichtlich im Frühjahr 2026, mit der öffentlichen Auslage aller Unterlagen. Diese werden digital über die Website der Regierung von Oberbayern (ROB) sowie physisch in den betroffenen Gemeinden und Landratsämtern zugänglich sein. Die ROB ist dann auch die zuständige Stelle für Ihre Einwände.
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