Natur & Artenschutz bei uns in der Region

Auswirkungen im Suchraum:  
Simbach – Wittibreut – Tann – Reut – Marktl – Wurmannsquick – Zeilarn 

Der geplante Suchraum für eine neue Höchstspannungsfreileitung berührt eine der ökologisch wertvollsten Kulturlandschaften Niederbayerns. Die Gemeinden Simbach am Inn, Wittibreut, Tann, Reut, Marktl, Wurmannsquick und Zeilarn liegen in einer abwechslungsreichen, kleinteiligen Natur- und Agrarlandschaft, die aufgrund ihrer Struktur, Artenvielfalt und geschützten Biotope besonders empfindlich gegenüber Trassenprojekten ist.

Landschaftszerschneidung in einer besonders sensiblen Region

Die betroffenen Gemeinden liegen zwischen:

  • der Inn-Aue (international bedeutsamer Vogel- und Rastlebensraum),
  • den Rottaler Hügellandschaften,
  • den Feuchtgebieten und Quellbereichen des tertiären Hügellands.

Eine Freileitung würde:

  • wertvolle Landschaftsräume zerschneiden,
  • Hanglagen dauerhaft visuell dominieren,
  • landwirtschaftliche Nutzflächen einschränken,
  • und großräumige Schneisen in Wälder, Hecken und Streuobstbestände treiben.

Besonders betroffen wären die offenen Höhenrücken rund um Wittibreut, Wurmannsquick, Zeilarn und Tann, da Freileitungen hier besonders landschaftswirksam sind.

 

Auswirkungen auf geschützte Arten im Suchraum

Der gesamte Raum zählt zu den bedeutsamsten Vogel- und Artenlebensräumen im südlichen Landkreis Rottal-Inn und im nördlichen Landkreis Altötting.

Vögel

Folgende streng geschützte Arten kommen regelmäßig im Suchraum vor:

  • Rotmilan (Brutvorkommen um Wurmannsquick, Tann und Reut)
  • Schwarzstorch (Streifgebiet entlang der Inn-Auen und bewaldeter Bachtäler)
  • Kiebitz (Feuchtmulden nahe Simbach, Zeilarn, Marktl-Nord)
  • Wachtelkönig (extensiv bewirtschaftete Wiesen bei Wittibreut und Tann)
  • Weißstorch (Inn-Aue, Simbach am Inn, Marktl)
  • Zugvögel wie Kranich, Gänse und Greifvögel nutzen die Inn-Aue als Rastgebiet.

Höchstspannungsleitungen gelten für viele dieser Arten als Kollisions- und Störungsrisiko.

Fledermäuse

Der Raum verfügt über:

  • alte Obstbestände (insbesondere in Zeilarn, Reut, Wittibreut)
  • Kirch­türme und Bauernhöfe als Wochenstuben
  • reich strukturierte Jagdgebiete entlang der Bachläufe

Betroffen wären Arten wie:

  • Großes Mausohr
  • Kleine Hufeisennase (in Altötting nachgewiesen)
  • Zwerg- und Mückenfledermaus
  • Graues Langohr

Problem durch Freileitungen:

  • Meidung von Magnetfeldern → Verlust von Jagdgebieten
  • Verringerte Insektenverfügbarkeit durch Mastbeleuchtung
  • Gefahr durch Rodungen alter Bäume

Amphibien und Reptilien

Im Suchraum liegen zahlreiche Feuchtflächen, Quellmulden und Hangmoore (u. a. zwischen Zeilarn, Tann und Wittibreut).
Dort kommen vor:

  • Laubfrosch
  • Kammmolch
  • Gelbbauchunke (vereinzelt)
  • Zauneidechse

Diese Arten reagieren sehr empfindlich auf:

  • Baustraßen,
  • Bodenverdichtung,
  • Entwässerung,
  • Habitatverlust.

 

Eingriffe in Kulturlandschaft und traditionelle Bewirtschaftung

Der Suchraum ist geprägt von:

  • kleinteiliger Landwirtschaft
  • Hanglagen und Aussichtsrücken
  • alten Streuobstwiesen (z. B. Raum Wurmannsquick – Reut – Zeilarn)
  • Einzelhöfen und geländebegleitenden Waldstreifen
  • historisch gewachsenen Dorfstrukturen

Eine Freileitung würde hier:

  • Höhenzüge optisch dominieren,
  • das charakteristische Landschaftsbild zerstören,
  • wertvolle Streuobstwiesen massiv beeinträchtigen,
  • Erholungsqualität mindern (Wander- & Radwege, Aussichtspunkte).

Die Gemeinden Simbach am Inn und Marktl, die touristisch stark von naturnaher Inn-Aue und Kulturwegen profitieren, wären besonders betroffen.

Belastungen für Bevölkerung und Gemeinden

Die Menschen im Suchraum fürchten vor allem:

  • Wertverlust von Immobilien
  • Verlust von Ruhe- und Erholungsräumen
  • negative Auswirkungen auf Tourismus & Naherholung
  • Einschränkungen für Landwirtschaft (z. B. Bewirtschaftungsprobleme unter Trassen)
  • gesundheitliche Bedenken (elektromagnetische Felder)

Die Ortslagen Wittibreut, Tann, Zeilarn und Wurmannsquick liegen teilweise dicht an möglichen Trassenkorridoren – was zu erheblichem sozialen Konfliktpotenzial führt.

 

Schutzgebiete und sensible Räume im Suchraum

Im Gebiet liegen und berühren sich:

  • Natura-2000-Gebiete der Inn-Auen
  • geschützte Biotope (Feuchtgebiete, Hangmoore, Streuwiesen)
  • Amphibienwanderkorridore (z. B. Wittibreut – Zeilarn)
  • Vogelschutz-relevante Offenlandbereiche für Rotmilan, Kiebitz und Schwarzstorch
  • ortsnahe Erholungs- und Landschaftsschutzräume

Eine Freileitung würde mehrere dieser Schutzkategorien gleichzeitig tangieren, was aus naturschutzrechtlicher Sicht besonders kritisch ist.

Fazit: Der Suchraum ist ein hochsensibler Natur- und Kulturraum

Die Region Simbach – Wittibreut – Tann – Reut – Marktl – Wurmannsquick – Zeilarn gehört zu den landschaftlich und ökologisch wertvollsten Räumen im südöstlichen Niederbayern.
Eine Höchstspannungsfreileitung würde:

  • wertvolle Lebensräume gefährden,
  • streng geschützte Arten beeinträchtigen,
  • Schutzgebiete durchschneiden,
  • Landschaftsbilder massiv verändern,
  • und die Lebensqualität der Menschen spürbar herabsetzen.

Der Suchraum weist daher eine überdurchschnittlich hohe ökologische Sensibilität auf – und ist für Freileitungsbau nur eingeschränkt geeignet.


 

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